Normung – OEK

Normungsstrategie 2010

Die österreichische elektrotechnische Normung blickt auf eine lange Tradition zurück. Bereits im Jahre 1889 wurde vom Elektrotechnischen Verein Wien, dem Vorläufer des OVE Österreichischer Verband für Elektrotechnik, die EVW 1 „Sicherheitsvorschriften für elektrische Starkstromanlagen“ veröffentlicht. Als Gründungsmitglied von IEC im Jahr 1906 und später von CENELEC ist das österreichische Nationalkomitee von Beginn an in die internationalen elektrotechnischen Normungsaktivitäten eingebunden. Waren für die damals noch sehr junge Elektrotechnik vorrangig die sicherheitstechnischen Aspekte das Leitthema der elektrotechnischen Normung, so wurden die rein technischen Diskussionen über die Jahrzehnte zunehmend von wirtschaftlichen Interessen beeinflusst. Damit wurde die Normung neben ihrem Beitrag zu Sicherheit und Funktionalität zu einem wichtigen strategischen Element für den internationalen Marktzugang.

Die elektrotechnische Normungsarbeit hat sich großteils auf die europäische bzw. internationale Ebene verlagert. Eine starke Einbindung Österreichs in die globalen Normungsaktivitäten zur erfolgreichen Vertretung nationaler Positionen ist daher unerlässlich. Hier ist zum einen die Wirtschaft gefordert, ihre Expertise auf internationaler Ebene entsprechend einzubringen, zum anderen ist es Aufgabe des OVE, als Nationalkomitee die österreichischen Experten durch seine Dienstleistungen bestmöglich zu unterstützen.

Dementsprechend hat das Aktionskomitee (AK) des Österreichischen Elektrotechnischen Komitees (OEK) im OVE in seiner Sitzung vom
23. Jänner 2009 beschlossen, eine Strategie zu erarbeiten, die diesen Anforderungen Rechnung trägt. Dabei waren die normungspolitischen Aktivitäten auf europäischer Ebene, wie die Diskussionen zu „Future Landscape of European Standardization FLES“, die KMU-Initiative der Europäischen Kommission und technologische Innovationen, z. B. eMobility und Smart Grid, ebenso in den Zielsetzungen zu berücksichtigen wie das internationale wirtschaftliche Umfeld.

Vertreter der Interessenpartner Industrie, Behörde, Energieversorger, Wissenschaft, Gewerbe, Prüfinstitute und Konsumenten haben im Rahmen einer Arbeitsgruppe die Ziele formuliert und eine entsprechende Strategie erarbeitet. Diese wurde nach ausführlichen Beratungen von OEK-AK und OVE-Vorstand offiziell verabschiedet.
Die Umsetzung der OVE-Normungsstrategie und die Erreichung der Ziele werden im Rahmen des OEK-Qualitätsmanagementsystems sowie im Zuge der OEK-AK-Sitzungen laufend überprüft und an den OVE-Vorstand berichtet.

VDir. Dipl.-Ing. Gunter KAPPACHER
Präsident


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